Sexuell übertragbare Erkrankungen (Venerologie)

Das Risiko, sich mit HIV, Hepatitis oder anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen (STI) zu infizieren, lässt sich durch die Verwendung von Kondomen verringern. Viele Erreger werden sehr leicht über Schleimhautkontakte übertragen. Die Heilungschancen der meisten Geschlechtskrankheiten sind gut, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt werden. Außerdem kann die Aufklärung bezüglich der verschiedenen Krankheitsbilder einer weiteren Ausbreitung entgegenwirken und vor Neuansteckung schützen.

Syphilis (Lues)

Bei Syphilis handelt es sich um eine Geschlechtskrankheit, die durch eine Infektion mit dem Bakterium Treponema pallidum ausgelöst wird. Die Ansteckung mit diesem Krankheitserreger ist an jeder Körperstelle möglich. Da die Symptome sehr unterschiedlich und teilweise nicht eindeutig sind, bleibt die Krankheit häufig unentdeckt. Unbehandelt verläuft sie in drei Phasen und kann schwere Spätschäden des Nervensystems nach sich ziehen und langfristig lebensbedrohliche Folgen haben. Aus diesem Grund ist eine frühe Erkennung und Therapie besonders wichtig.

Symptome
Im Genitalbereich, in der Analregion oder an den Lippen bilden sich nach etwa 3 Wochen Knötchen oder schmerzlose Geschwüre. Etwas später schwellen die benachbarten Lymphknoten an. Nach 6-12 Wochen hat sich das Bakterium über den Blut- oder Lymphweg im ganzen Körper ausgebreitet. Die Folge: generelle Lymphknotenschwellung, Ermüdungserscheinungen, Fieber und juckende Hautausschläge. Bei einer Immunschwäche des Patienten muss mit einem atypischen und schnelleren Krankheitsverlauf gerechnet werden.

Diagnostik
Antikörperbestimmung im Blut. Direktnachweis in der Dunkelfeldmikroskopie.
Liegt eine Immunschwäche vor, so kann es zu falsch negativen oder falsch positiven Ergebnissen kommen.

Übertragung
Haut- und Schleimhautkontakt mit dem Syphiliserreger.

Therapie
Bei Syphilis ist eine Therapie mit Antibiotika notwendig (intramuskulär, oral). Die Dosis und die Dauer der Therapie richten sich nach dem Krankheitsstadium.

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Tripper (Gonorrhoe)

Der Tripper ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten. Er wird durch Gonokokken verursacht und kann alle Schleimhäute befallen, typischerweise die Harnröhre, aber auch den Enddarm und den Mund- und Rachenraum.

Symptome
Die ersten Symptome treten in der Regel zwei bis drei Tage, manchmal auch zehn Tage, nach der Infektion in Form von Schmerzen beim Wasserlassen, einer Rötung des Rachens, Schleimabgängen beim Stuhlgang und einem eitrig-gelblichen Ausfluss der Harnröhre oder Vagina auf.

Diagnostik
Die Diagnose erfolgt beim Tripper durch den Nachweis des Erregers. Hierzu werden Abstriche aus der Harnröhre, von der Portio und anal gemacht. Im Nativpräparat nach Spezialfärbung darstellbar. Eine Antikörperbestimmung im Blut ist nicht möglich.

Übertragung
Die Infektion ist sehr leicht übertragbar, vor allem wenn Schleimhäute direkt miteinander in Kontakt kommen, das heißt wenn es zu Kontakt mit dem infektiösen Sekret des Rachenraumes, der Genitalien oder des Anus kommt.

Therapie
Die Krankheit kann mit Antibiotika behandelt werden (oral, intramuskulär).

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Chlamydien und unspezifische Harnröhrenentzündung

Die Chlamydien-Infektion ist nach dem Tripper die nächsthäufige sexuell übertragbare Krankheit. Viele der Infizierten haben kaum Beschwerden und bemerken daher ihre Entzündung nicht, wodurch sich das Risiko einer chronischen Erkrankung und einer unbemerkten Verbreitung des Erregers erhöht.

Die Symptome
Es kommt zu eher klarem Ausfluss aus der Harnröhre oder Vagina und zu Jucken und Brennen beim Wasserlassen. Eine unbehandelte Infektion mit Chlamydien kann sich im Körper weiter verbreiten. Das kann bei Männern zu einer Samenleiter-, Prostata- und Nebenhodenentzündung führen. Bei Frauen kann die Infektion in die Bauchhöhle wandern und entzündete Eierstöcke zur Folge haben. In manchen Fällen führt eine unbehandelte Chlamydien-Infektion so zu Unfruchtbarkeit.

Diagnostik
Chlamydien können durch Abstriche an der Harnröhre (bei Männern) oder Portio (Frauen) festgestellt bzw. im Morgenurin nachgewiesen werden.

Übertragung
Chlamydien befinden sich in den Schleimhäuten von Harnröhre, Scheide und Enddarm, außerdem in der Scheidenflüssigkeit und im Sperma. Eine Übertragung ist daher durch genitale, orale oder anale Schleimhautkontakte möglich.

Therapie
Chlamydien sind mit Antibiotika(oral) gut behandelbar.

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Herpes (Fieberbläschen)

an den Lippen kennt fast jeder. Verursacht wird er von Herpes-simplex-Viren Typ 1. Er kann aber auch an anderen Stellen des Körpers vorkommen, vor allem im Genital- oder Analbereich. In diesem Fall handelt es sich um Typ 2 Herpes-simplex-Viren. Die schmerzhaften, kleinen Bläschen können nach Abheilen jederzeit erneut auftreten, da die Viren ein Leben lang in den Nervenzellen der Haut verbleiben, wenn man sich erst einmal infiziert hat.

Symptome
Herpes-Viren befallen vor allem empfindliche Stellen der Haut sowie Schleimhäute. Einige Tage nach der Infektion kommt es zu Juckreiz, Brennen oder Spannen an der infizierten Hautstelle, dann bilden sich schmerzhafte Bläschen, die schließlich aufplatzen.

Diagnostik
Der Direktnachweis von HSV1/HSV2 erfolgt im Abstrich. Eine Blutuntersuchung auf Herpes-
Antikörper ist nicht sehr aussagefähig.Herpes

Übertragung
Herpes wird durch Haut- und Schleimhautkontakte übertragen.

Therapie
Meistens werden die Virustatika als Cremes auf die befallenen Stellen aufgetragen. Man kann sie aber auch als Tabletten oder Injektionen verabreichen.

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Feigwarzen

(spitze Condylome, Condylomata acuminata)
Bei Feigwarzen handelt es sich um kleine, warzenartige Wucherungen im Genital- und Analbereich, seltener auch im Mund. Sie werden in der Regel durch Humane Papillom-Viren (HPV) Typ 6 und 11 verursacht.

Symptome
Nach der Infektion bilden sich im Genitalbereich, am Anus oder im Enddarm warzige Wucherungen.

Diagnostik
Haben sich Feigwarzen gebildet, lassen sie sich mithilfe einer Blickdiagnose und einer Probebiopsie mit histologischer (feingeweblicher) Untersuchung bestimmen.

Übertragung
Die Übertragung von Feigwarzen erfolgt über eine Schmierinfektion oder den Hautkontakt mit den infizierten Körperregionen.

Therapie
Für eine Therapie gegen Feigwarzen bieten sich verschiedene Behandlungsformen an. Dazu gehören antivirale Lösungen (Podophyllotoxin), immunstimulierende Cremes (Imiquimod), Kältetherapien (Kryotherapie), laserchirurgische oder elektrokaustische Abtragung. Leider gibt es keine Erfolgsgarantie. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher zu empfehlen, denn die Rückfallrate ist hoch.

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Lymphogranuloma venereum

Bei Lymphogranuloma venereum handelt es sich um eine bakterielle Infektion mit einem speziellen Chlamydia-Typ (Serovar L1-L3).

Symptome
Zunächst kommt es, nach einer Inkubationszeit von 2-6 Wochen, zu einem wenig schmerzhaften Knötchen an der Ansteckungsstelle. Dieses bleibt häufig unbemerkt und heilt innerhalb von 10-14 Tagen wieder ab. Gleichzeitig oder nachfolgend können Allgemeinsymptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen auftreten. Auch schwellen die (meist einseitigen) regionären Lymphknoten entzündlich an und es können sich Fisteln mit Eiterproduktion im Bereich des Anus oder des Enddarms bilden. Hautrötungen gehören ebenfalls zu möglichen Symptomen.

Diagnostik
Die venerische Lymphknotenentzündung kann über Abstriche und deren Auswertung in Speziallabors festgestellt werden. Außerdem kann eine Bestimmung von Chlamydien-Antikörpern im Blut durchgeführt werden.

Übertragung
Die Infektion kann durch genitale, orale oder anale Schleimhautkontakte übertragen werden.

Therapie
Für die Behandlung werden zellgängige Antibiotika wie Doxycyclin oder Tetrazyklin eingesetzt.

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HIV

die hautexperten sind auch eine HIV-Schwerpunktpraxis. Da das Virus das Immunsystem schädigt und der Körper eindringende Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren nicht mehr bekämpfen kann, sind auch Haut- und Schleimhautveränderungen bei HIV-Patienten außerordentlich häufig. Oftmals geben HIV-assoziierte Dermatosen sogar den ersten klinischen Hinweis auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Virus. Durch die Einführung der hochaktiven antiretroviralen Kombinationstherapie (HAART) konnte die Häufigkeit und der Schweregrad vieler Hauterkrankungen eingedämmt werden. Allerdings gehen mit dieser Therapieform belastende Nebenwirkungen einher. Eine davon ist die Lipodystrophie (Fettverteilungsstörung) und daraus resultierend vor allem die Lipoatrophie (Aushöhlung) der Wangen. Eine Korrektur kann mit verschiedenen Füllmaterialien (Polymilchsäure, Hyaluronsäuren) erfolgen.
Bedingt durch die verlängerte Lebenserwartung macht sich jedoch gleichzeitig zur Rückläufigkeit mancher Krankheitsbilder auch eine Zunahme seltener und schwierig zu behandelnder Erkrankungen bemerkbar. Dazu gehören unter anderem das Analkarzinom und andere bösartige Genitaltumore.
Diese können bei einer Früherkennungsuntersuchung durch einen Spezialabstrich und weiterführend mit dem Anoskop/Kolposkop frühzeitig diagnostiziert und therapiert werden. Dabei werden auch oftmals unbemerkte Geschlechtskrankheiten entdeckt (Gonorrhö, Chlamydien, Syphilis, Herpes, Condylomata und andere HPV-induzierte Läsionen).

Wir empfehlen, die Früherkennungsuntersuchung im jährlichen Rhythmus durchzuführen. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.

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